Gottes Zeichen am Himmel
Gottes Zeichen am Himmel
Neue Erkenntnisse: Der «Stern von Bethlehem» und die jüdischen
Festtage weisen auf die Geburtsstunde Jesu im Jahre 3 vor unserer Zeit
hin.
Hanspeter Wild
Christen, denen die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens wichtig sind,
werden umdenken müssen, denn ihr Herr ist nicht an einem 25. Dezember
geboren. Auch kann die dreifache Begegnung der Planeten Jupiter-Saturn
des Jahres 7 v. Chr. im Tierkreissternbild Fische, die bisher fast
ausnahmslos für den «Stern von Bethlehem» gehalten wurde, nicht mehr als
«Messiasstern» gelten.
Sucht man den gestirnten Himmel mittels Computerprogramm nach
auffälligen Konstellationen ab, welche um die Zeitenwende herum zu
beobachten waren, fallen die fünf Konjunktionen des Planeten Jupiter im
Tierkreissternbild Löwe in den Jahren 3 und 2 vor Christus ganz
besonders auf. Zweimal begegnete Jupiter, der bei den alten Völkern als
«Königsplanet» galt, dem «Planeten der Fruchtbarkeit», der Venus, und
zwar am Morgen des 12. August 3 v. Chr. und am Abend des 17. Juni 2 v.
Chr. Sogar dreimal hatte der Planet Jupiter mit dem hellsten Stern im
Tierkreissternbild Löwe eine nahe Begegnung: Am 14. September 3 v. Chr.
morgens, am 17. Februar 2 v. Chr. und am 8. Mai 2 v. Chr. jeweils
abends.
Der Hauptstern im Tierkreissternbild Löwe trägt den wohlklingenden
lateinischen Namen Regulus, was «Königssohn» heisst. Die alten Völker
nannten den Stern auch einfach nur «König». Dies aus verschiedenen
Gründen; die Juden wohl deshalb, weil für sie gemäss der
alttestamentlichen Prophezeiung das Tierkreissternbild Löwe von
herausragender Bedeutung war. Denn unter diesem Sternbild sollte einst
ihr Messias-König erscheinen, wie es Jakob einem seiner Söhne verheissen
hatte:
«Juda, du, dich werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem
Nacken deiner Feinde sein. Vor dir werden sich niederbeugen die Söhne
deines Vaters. Juda ist ein junger Löwe; vom Raub, mein Sohn, bist du
hochgekommen. Er kauert, er lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin.
Wer will ihn aufreizen? Nicht weicht das Zepter von Juda, noch der
Herrscherstab zwischen seinen Füssen weg, bis dass der Schilo kommt, dem
gehört der Gehorsam der Völker.»
Diese Verse aus 1. Mose 49,8 bis 10 geben zusammen mit dem bekannten
prophetischen Ausspruch von Bileam in 4. Mose 24,17 ein klares Bild:
«Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich schaue ihn, aber nicht nahe. Es
tritt hervor ein Stern aus Jakob, und ein Zepter erhebt sich aus Israel
und zerschlägt die Schläfen Moabs und zerschmettert alle Söhne Sets.»
Der Stern Regulus wurde von den alten Völkern auch «Zepter» genannt.
Deshalb steht fest: Nicht das Tierkreissternbild Fische, sondern das
Tierkreissternbild Löwe ist dem jüdischen Volk zuzuordnen! Dieser
Ansicht verleiht das Neue Testament Nachdruck, indem es den Messias
«Löwe aus dem Stamm Juda» nennt, siehe Offenbarung 5,5.
Die Namen der Gestirne, welche die Menschwerdung Jesu Christi anzeigten,
sprechen eine ebenso deutliche Sprache: Die Juden nannten den Planeten
Jupiter Zedek, was «der Gerechte» heisst und ein Messiasname ist; vgl.
z. B. Jer. 23,5 bis 6. Auf die Assoziation des «Königs der Könige» (Off.
19,16) mit dem Sternnamen Scharru oder Melech, wie die Juden Regulus
ebenfalls im Sinne von «König» nannten, muss nicht speziell hingewiesen
werden. Aus Off. 22,16 geht schliesslich hervor, dass Jesus Christus
selbst «der glänzende Morgenstern» (= Venus) ist.
Die Begegnungen dieser drei Sterne bzw. Planeten untereinander fanden in
den Jahren 3 und 2 v. Chr. gemäss dem jüdischen Kalender nicht an
irgendwelchen Tagen statt. Nein, der Herr über Raum und Zeit hatte sich
etwas ganz Erstaunliches ausgedacht: Alle fünf Konjunktionen fielen mit
jüdisch-biblischen Festtagen zusammen! Selbst der Tag, an dem der
heliakische Aufgang des Messiassterns Zedek (= Jupiter) zu verzeichnen
war, war ein Festtag der Juden.
Bibelkenner wissen: Genau nach diesem Tag hatte Herodes die persischen
Weisen gefragt: «Dann berief Herodes die Weisen heimlich und erforschte
genau von ihnen die Zeit der Erscheinung des Sternes» (Matth. 2,7).
Angesichts der weidenden Schafe in der Gegend von Bethlehem hat der
«König der Könige» sicher nicht im Winter Menschengestalt angenommen.
Auch aus anderen Gründen gibt es nur einen einzigen Tag im Kalender der
Juden, der für dieses weltbewegende Ereignis in Frage kommt: der jüdische
Neujahrstag am 1. des Monats Tischri, Rosch Haschana genannt. Der 1.
Tischri 3759, der damalige jüdische Neujahrstag, entsprach gemäss der
julianischen Zeitrechnung dem 10. September 3 v. Chr.: An diesem
denkwürdigen Tag wurde der Messias Jesus Christus geboren und begann
zugleich das Sabbatjahr 3/2 vor Christus! Einige Zeit zuvor hatten sich
Joseph und Maria zwecks Einschreibung in Steuerlisten nach Bethlehem
begeben. Obwohl es immer noch umstritten ist - diese Einschreibung fand
nach ausserbiblischen Dokumenten im Herbst 3 v. Chr. statt.
Hier findet sich eine grafische
Darstellung der in diesem Artikel
beschriebenen Planetenbegegnung (englischer Text).
Ein Wort aus der Bibel
„Ihr braucht euch nicht zu fürchten! Ich bringe euch eine gute
Nachricht, über die im ganzen Volk grosse Freude sein wird. Heute ist
euch in der Stadt Davids ein Retter geboren worden; es ist der Messias,
der Herr. An folgendem Zeichen werdet ihr das Kind erkennen: Es ist in
Windeln gewickelt und liegt in einer Futterkrippe. – Da sagten die
Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Bethlehem! Wir wollen sehen,
was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden liess.“
(Lukas 2,10 bis 12 und 15
NGÜ)