Dreieinigkeit
Wir vertrauen dem einen Gott, der sich uns als Vater, Sohn und Geist
offenbart. Vater, Sohn und Geist sind nicht drei Götter, noch ein Gott,
der sich zu je einer bestimmten Zeit als Vater, dann als Sohn und
zuletzt als Geist zeigt. Gott ist immer einer: Vater, Sohn und Geist.
Gott der Vater: Mit diesem Namen möchte Gott angerufen werden,
und indem wir Gott als Vater ansprechen, drücken wir aus, zu wem wir
gehören und woher wir kommen. Die Menschen dieser Welt und die Schöpfung
insgesamt sind nicht heimatlos und ohne Ursprung: Gott ist ihr Schöpfer,
Erhalter und Erneuerer. Wir begegnen Gott als Vater, weil der Sohn
gekommen ist, um uns den Vater zu zeigen. Gott ist jedoch nicht
geschlechtlich – wie menschliche Lebewesen -, er vereint sowohl
mütterliche wie auch väterliche Eigenschaften in sich.
Gott der Sohn: Wenn Gott der Vater für uns Zugehörigkeit und
Ursprung ausdrückt, dann widerspiegelt Gott der Sohn seine
Identifikation mit uns, seiner Schöpfung. Indem Gott der Sohn voll und
ganz Mensch wurde, wurde er einer von uns. Gezeugt durch den Heiligen
Geist und geboren von der Jungfrau Maria ist Jesus Christus nicht nur
Mensch, er ist auch Gott, wie er von uns in seiner uneingeschränkten
Identifikation mit der Schöpfung wahrgenommen wird. Daher ist Jesus
„Gott mit uns“: Im Gekreuzigten ist Gott allen Menschen solidarisch und
nahe. Dadurch ist er gleichzeitig Mittler für alle Zeiten zwischen Gott
und den Menschen und hat Verständnis für unsere Schwächen. Jesus
Christus ist weder göttlicher Mensch noch menschlicher Gott, er ist Gott
und Mensch, auch in seinem Tod, seiner Auferstehung und seiner
Himmelfahrt.
Gott der Heilige Geist ist die wahrnehmbare Gegenwart Gottes in
dieser Welt. Er ist der Leben schaffende und Leben entfaltende Geist. Er
ist der Geist allen Lebens, der Geist der Schöpfung und der Vollendung.
Als Geist der Schöpfung und des Lebens überwindet er alle Leben
verhindernden und Leben erwürgenden Einflüsse in dieser Welt. Weil er
der Geist des Lebens ist, ist er Tröster, der Geist, der von den Toten
auferweckt und der Geist der Freiheit. Als Geist des Lebens beschenkt er
die Menschen mit einer Vielfalt von Gaben zur Entfaltung und
Verwirklichung des Lebens. Auch die Frucht des Geistes gehört in diese
Kategorie von Gaben, die der Geist schenkt, damit das Leben gelingt und
sich entfalten kann. Der Geist ermöglicht auch die für uns
lebensnotwendige Gemeinschaft, ohne die niemand leben kann: Er ist die
Erfahrung der Gemeinschaft Gottes mit uns Menschen – Gott in uns – und
er ist die Erfahrung der Gemeinschaft unter uns Menschen; er ist der
Geist der Gemeinschaft. Der Heilige Geist ist gleichzeitig Gottes
Gegenwart in dieser Welt wie auch Gottes Unverfügbarkeit; er weht, wo er
will, er kann weder kontrolliert noch institutionalisiert werden. Als
solches ist er nicht nur Gott in uns, sondern immer auch Gott uns
gegenüber.
